Koptisch-Orthodoxe KircheBiel / Bienne Zur Startseite

Unser Glaube

Die koptisch-orthodoxe Kirche

Eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt, entstanden im Ägypten des ersten Jahrhunderts. Hier eine kurze Einführung für alle, die uns noch nicht kennen.

Kirchenraum im Kerzenschein mit Kreuz am Altar

Wer sind die Kopten? Diese Seite erzählt es in fünf kurzen Kapiteln: von der Predigt des heiligen Markus in Alexandrien bis zu unserer Gemeinde in Biel.

Kapitel I

Die Kirche des heiligen Markus

Der Evangelist Markus mit dem Löwen, seinem Zeichen. Holzschnitt von 1547, Rijksmuseum Amsterdam.
Der Evangelist Markus mit dem Löwen, seinem Zeichen. Holzschnitt von 1547, Rijksmuseum Amsterdam.

Ihre Wurzeln reichen bis in das Ägypten des ersten Jahrhunderts zurück, als der Evangelist Markus das Evangelium nach Alexandrien brachte. Aus dieser Gründung ist eine ununterbrochene Linie geworden: Papst Tawadros II. steht heute als 118. Nachfolger des heiligen Markus an der Spitze der Kirche.

Das Wort „koptisch“ kommt vom griechischen Wort für Ägypten. Kopten sind also schlicht die ägyptischen Christen.

Kapitel II

Die Wiege des Mönchtums

In der ägyptischen Wüste begann mit dem heiligen Antonius im dritten Jahrhundert das christliche Mönchtum. Von dort aus hat es die ganze Christenheit geprägt, im Osten wie im Westen.

Diese tiefe, stille Spiritualität der Wüste trägt die koptische Kirche bis heute in sich, auch in einer Gemeinde mitten in der Schweiz.

Kapitel III

Ein eigener Kalender

Die koptische Kirche rechnet nach einem eigenen Kalender, der aus dem altägyptischen hervorgegangen ist: dreizehn Monate, zwölf mit je dreissig Tagen und ein kurzer dreizehnter von fünf oder sechs Tagen.

Die Jahre werden ab 284 gezählt, dem Regierungsantritt Diokletians, unter dem viele koptische Märtyrer starben. Darum heisst die Zählung Anno Martyrum, das Jahr der Märtyrer. Deshalb fällt Weihnachten auf den 7. Januar und Ostern meist auf ein anderes Datum als im Westen.

Die dreizehn Monate des koptischen Jahres

  1. 1Thout
  2. 2Paopi
  3. 3Hathor
  4. 4Kiahk
  5. 5Tobi
  6. 6Meshir
  7. 7Paremhat
  8. 8Parmouti
  9. 9Pashons
  10. 10Paoni
  11. 11Epip
  12. 12Mesori
  13. 13Nasie

Kapitel IV

Maria und die Heiligen

Eine tiefe Verehrung der Gottesgebärerin Maria prägt die koptische Frömmigkeit, ebenso das Gedenken an die Heiligen und Märtyrer.

Ein Herzstück der koptischen Identität ist die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten: Christus selbst war als Kind Gast in diesem Land.

Kapitel V

In der Schweiz

Die Kirche St. Maria in Biel, in der unsere Gemeinde zu Gast ist.
Die Kirche St. Maria in Biel, in der unsere Gemeinde zu Gast ist.

Über die ganze Schweiz verteilt feiern mehrere hundert koptische Familien denselben Glauben. Kirchlich ist das Land zweigeteilt: Die Gemeinden der Deutschschweiz (Biel, Belp, Olten, Basel, Grafstal und Dietlikon) gehören zur Diözese Österreich und Deutschschweiz mit Sitz in Wien. Eigene Kirchen haben sie in Grafstal und Dietlikon, die übrigen sind zu Gast in anderen Kirchen. Die Gemeinden der Westschweiz (Meyrin und Chambésy bei Genf, Lausanne, Yverdon-les-Bains und Delémont) gehören zur Diözese der Westschweiz und Südfrankreichs unter Bischof Anba Louka mit Sitz in Genf. Die Gemeinde im Tessin wird von der koptischen Diözese Mailand betreut.

Unsere Gemeinde in Biel gehört zur Diözese Österreich und der Deutschschweiz mit Sitz in Wien, unter Bischof Anba Gabriel. Seit über 30 Jahren feiern wir hier, zu Gast in der katholischen Kirche St. Maria.

Die ganze Geschichte der Kopten in der Schweiz: Von Theben an die Limmat ›

Lernen Sie uns kennen

Am einfachsten verstehen Sie eine Kirche, indem Sie einmal dabei sind. Gäste sind jederzeit willkommen.

Bildnachweise: Kerzen im Kirchenraum: Foto Steve Sharp, Unsplash · Der Evangelist Markus, Holzschnitt 1547, Rijksmuseum Amsterdam, CC0 · Der heilige Antonius, koptische Ikone, gemeinfrei, via Wikimedia Commons · Ikone der Flucht nach Ägypten, Koptisches Museum Kairo: Foto Ahmed Nagy, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons · Kirche St. Maria, Biel: Foto Tankstellenidau, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons